Ulm ist jetzt auch "Fairtrade-Town"

Fest zur Verleihung der Auszeichnung am 14. März

 

Ulm soll Fairtrade-Town werden, das hatte der Ulmer Gemeinderat im Dezember 2012 beschlossen und eine Steuerungsgruppe unter Beteiligung des Ulmer Agenda-Büros und des Weltladens, von KDA, Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung (DIMOE), Slow Food, Haus der Begegnung und weiterer zivilgesellschaftlicher Akteure mit der Vorbereitung der Bewerbung um den Titel beauftragt. Jetzt ist es soweit: Am Freitag, 14. März, wird Ulm im Haus der Begegnung offiziell der Titel einer "Fairtrade Town" verliehen.

 

"Fairtrade" bedeutet "gerechter Handel": Preise beispielsweise werden so gestaltet, dass Produzentinnen und Produzenten in Entwicklungsländern von ihrer Arbeit angemessen leben können, Kinderarbeit ist verboten, strenge Kriterien für Umwelt- und Sozialstandards müssen eingehalten werden.

 

Um "Fairtrade Town" zu werden, musste auch Ulm fünf Kriterien erfüllen, die vom unabhängigen Verein "Transfair e.V." mit Sitz in Köln überprüft wurden: Unter anderem musste nachgewiesen werden, dass mindestens 22 Einzelhandelsgeschäfte und elf Gastronomiebetriebe in der Stadt Fairtrade-Produkte im Sortiment haben. In Ulm war diese Hürde leicht zu nehmen: Die Lenkungsgruppe fand mindestens 27 Einzelhandelsgeschäfte und 17 Gastronomiebetriebe, die fair gehandelte Produkte anbieten. Fairtrade-Aktivitäten haben außerdem drei Schulen, vier Vereine und 15 Kirchengemeinden zurückgemeldet. Das Rathaus und viele Einrichtungen der Stadt Ulm verwenden Kaffee, Tee und Säfte aus fairem Handel.

 

Besonders erfreulich ist das Engagement an Ulmer Schulen. So konnte vor kurzem das St.-Hildegard-Schulzentrum als erste Ulmer Schule den Titel "Fairtrade School" entgegennehmen. Auch die Medien berichten ausführlich über Ulmer Veranstaltungen und Projekte rund um Fairtrade. "Ein gutes Gefühl, Teil einer großen Bewegung zu sein", findet Kirsten Tretter, die Vorsitzende der Steuerungsgruppe und Geschäftsführerin im Ulmer Weltladen.

 

Die Verleihung der Auszeichnung ist öffentlich. Unter dem Titel "Ulm handelt fair" präsentierten sich am Freitag, 14. März 2014 im Haus der Begegnung Betriebe, Vereine und Schulen, die mitgewirkt haben, um das Siegel zu bekommen. Fairtrade-Botschafterin Hannah Rüther überreichte Oberbürgermeister Ivo Gönner die Urkunde "Fairtrade Town Ulm". Für einen unterhaltsamen Rahmen sorgten unter anderem Sängerin Siyou, die St.-Hildegard-Schule mit einem Tanz und der Chor der Elly-Heuss-Realschule. Der Ulmer Weltladen zeigte eine kleine Modenschau.