Kirche und Handwerk

Aufnahme eine Schreiners bei der Arbeit.

Aufnahme: Kezenon, Fotolia

Viele Handwerkerinnen und Handwerker sind der Kirche stark verbunden und engagieren sich in ihren Kirchengemeinden. Mit ihren beruflichen Fähigkeiten sind sie bei vielfältigen Aufgaben in der Gemeinde gefragte Helfer: Reparaturen an der Elektrik, kaputte Dachplatten, Schreinerarbeiten – oft sind örtliche Handwerksbetriebe zur Stelle und leisten – nicht selten unentgeltlich – unkompliziert Hilfe.

Darüber hinaus möchten Menschen im Handwerk jedoch auch in ihrer beruflichen Situation und ihrer gesellschaftlichen Rolle wahrgenommen werden. Die besondere Bedeutung des Handwerks für die Kirche unterstreicht die EKD-Denkschrift „Handwerk als Chance von 1997: „Gerade weil es im Lebensalltag des Handwerks nicht einfach nur um ökonomische Spezialthemen geht, sondern um umfassende Lebensfragen wie Sicherung der wirtschaftlichen Existenz, Mitverantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitwirkung am öffentlichen Leben in der Region, Integration von Menschen, Gerechtigkeit im Wirtschaftsleben u.a.m, ist die Kirche für die Handwerker ein wichtiger Gesprächspartner.“ (S. 21).

Es lohnt sich darum für Kirchengemeinden, mit örtlichen Handwerksbetrieben ins Gespräch zu kommen. Bei Veranstaltungen zu handwerksnahen Themen, bei Betriebsbesuchen oder gemeinsamen Aktionen. Gerne sind wir bei Vorbereitung und Durchführung sowie bei Kontakten zu Kammern und Verbänden behilflich.

Auf EKD-Ebene ist die evangelische Handwerkerarbeit zusammengeschlossen in der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche (AHK) im Evang. Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeit (VKWA).

Weitere Informationen auf der Hompage der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche:
www.ahk-ekd.de

Kontakt:
Albrecht Knoch, KDA Ulm

 

 

Aktion "Keiner soll hungern" in Blaubeuren

Karl-Heinz Brannath, Leiter der Diakonische Bezirksstelle, beim Einkauf in der Bäckerei Gauß, Blaubeuren

Karl-Heinz Brannath, Leiter der Diakonische Bezirksstelle, beim Einkauf in der Bäckerei Gauß, Blaubeuren (Aufnahme: M. Autenrieth-Kronenthaler)

Ein gelungenes Beispiel der Kooperation zwischen Handwerksbetrieb, Kirchengemeinde und Diakonie zu einem aktuellen gesellschaftlichen Thema bietet eine Aktion in Blaubeuren:  Unter dem Motto „Keiner soll hungern“ will man in Blaubeuren unbürokratisch Solidarität mit bedürftigen Menschen zeigen. Jeder der sich an dieser Aktion beteiligen will, kann Gutscheine für Backwaren erwerben, die dann im Diakonieladen „allerhand“ gezielt an bedürftige Personen weitergereicht werden.

 

Die Diakonische Bezirksstelle mit ihrem Leiter Karl-Heinz Brannath hat in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Blaubeuren die Aktion ins Leben gerufen. "In Blaubeuren leben rund 150 Haushalte von Hartz IV, da sind ungefähr 310 Personen betroffen, Rentner sind dabei nicht mitgerechnet", sagt Brannath. Die Hartz IV- Regelsätze seien äußerst knapp bemessen. "Wie will man einen Jugendlichen mit 3,23 Euro am Tag satt bekommen? – Als altgedienter Sozialarbeiter regt mich das total auf", betont der Sozialpädagoge. Deshalb habe man sich auf dem Treffen der Diakoniebeauftragten der einzelnen Kirchengemeinden Gedanken gemacht, wie man ganz konkret helfen könne. Lisbeth Reuß von der Evangelischen Kirchengemeinde Blaubeuren erzählt, dass das Thema Armut immer wieder in der Kirchengemeinde präsent sei. Deshalb habe man beschlossen, bei der Aktion "Keiner soll hungern", mitzumachen. Mit der Bäckerei Gauß fand sich ein Partner. Kunden können in der Filiale am Rathaus Gutscheine für eine Butterbrezel, ein Brot oder einen Kaffee mit süßem Stückle erwerben. Die Gutscheine kommen in ein Glas, welches auf der Verkaufstheke steht. Jeden Tag holt ein Mitarbeiter des benachbarten Diakonieladens die Gutscheine ab. Diese werden ganz gezielt weitergereicht und können dann in der Bäckerei eingelöst werden. Bedürftige Personen werden sich über ein Brot oder einen Kaffee und Kinder über eine Butterbrezel freuen, sind sich die Initiatoren der Aktion sicher. "Eine einfache Sache, die ganz konkret hilft", sagt Brannath. (Bericht: Margot Autenrieth-Kronenthaler)